
Impressionen eines Alpenfluges
mit dem Motorsegler Taifun 17E
Text und Bilder Wolfgang Bertle
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Für Samstag den 9. September prophezeit der Wetterbericht "Strahlungswetter". Dies trifft dann sogar zu und eine bei Segelfliegern gar nicht beliebte niedrige Inversionsschicht beschert uns einen Flug mit fantastischen Ausblicken. Um ca 9:20 Uhr starten Jürgen Geiger und ich vom Übersberg, steigen dann mit Kurs Hohenems den Alpen entgegen. Im Donautal und über dem Bodensee liegt noch leichter Nebel, doch die Alpenkette darüber ist bereits kurz nach dem Start sichtbar.
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Der Bodensee hält sich noch bedeckt. Am unteren Bildrand Langenargen und die Argenmündung, über dem Nebel das Schweizer Alpenvorland und die Alpenkette. |
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Im Vordergrund die Rheinmündung bei Bregenz, dahinter das Naturschutzgebiet Rohrspitz. Unter dem Nebel der Flugplatz Altenrhein, darüber das Appenzeller Land, links oben das Rheintal. |
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Hier sind wir schon fast über dem Flugplatz Hohenems im Rheintal und haben drei Staaten im Blickfeld: Österreich, Schweiz und Lichtenstein. |
Nun schwenken wir leicht nach links und nehmen Kurs auf den Piz Buin über das Walgautal und das Montafon.
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Rechts unter uns breitet sich der Walgau aus. In der rechten Bildhälfte Nenzing. Von dort führt das Gamperdonatal oder "Nenzinger Himmel" in die Rätikongruppe. Das Talende gehört bereits zu Lichtenstein. Der höchste Berg am Horizont in der linken Bildhälfte ist die Schesaplana. Sie ist mit 2965m auch der höchste Berg der Rätikongruppe. |
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Mit zu den schönsten Talabschlüssen der Alpen gehört der des Gauertals im Montafon. Er wird von den Kalkstöcken der Sulzfluh (links) und der Drei Türme mit Drusenfluh (rechts) gebildet. In der Bildmitte das Schigebiet Golm. |
Jetzt gilt es Höhe zu gewinnen um die Dreitausender der Silvrettagruppe in angemessenem Abstand zu überfliegen. Der neue Einspritzmotor mit seinen 100 Pferden verhilft dem Taifun, selbst in dieser Höhe und bei Wölbklappenstellung 0 Grad, noch zu einer enormen Steigleistung...
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...und so kommt es, dass uns Vorarlbergs höchster Berg, der 3312m hohe Piz Buin, aus über 4000m MSL eher etwas mickrig erscheint. |
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Wir haben jetzt den Alpenhauptkamm erreicht, drehen nach Osten um ihm zu folgen und Richtung Zell am See zu fliegen. Dabei werfen wir noch einen Blick auf die Dreiländerspitze, auf ihr treffen sich die Grenzen zwischen Vorarlberg, Tirol und der Schweiz.Rechts am Horizont sieht man das Berninamassiv, links die Ortlergruppe. |
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Vorbei am Reschenpass gehts in ca. 4500m Höhe zu den Ötztaler Alpen. |
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Der Kaunertalgletscher in den Ötztaler Alpen wirkt mit seiner grossen Schneefläche wie ein Spiegel und blendet uns förmlich. |
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Hin und wieder gestattet uns der Alpenhauptkamm einen Blick in den Süden, wie hier in's Meraner Becken. Am Horizont die Kalktürme der Dolomiten. |
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Innsbruck und Europabrücke vom Brenner aus gesehen. |
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Das einsame Stillupptal mit dem gleichnamigen Speichersee liegt in den Zillertaler Alpen. Es ist einfach nur schön. |
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Mein souveräner Pilot und Gletscherüberflieger Jürgen Geiger (meines Wissens nicht verwandt mit dem Gletscherpiloten Hermann Geiger). Wir nähern uns dem Gerlosspass. |
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Am Übergang von den Zillertaler Alpen zu den Hohen Tauern liegt der Speicher Durlassboden im Wildgerlostal. Hier beginnen wir mit dem Sinkflug... |
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...in das vor uns ausgebreitete, ca 60 km lange Pinzgau, an dessen Ende Zell am See liegt. Jürgen meint, dass wir in dieser Höhe theoretisch den Motor abstellen und Zell am See im Gleitflug erreichen könnten. |
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Die Könige der Hohen Tauern: mitte Grossvenediger (3674m), links davon Kleinvenediger. Die Spitze rechts im Bild ist der Grosse Geiger. Jürgen will da unbedingt mal zu Fuss rauf! |
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Nach ca 2,5 Stunden Flugzeit und Passieren des Pflichtmeldepunktes Whiskey, werden wir direkt in den Endanflug von Piste 08 des Flugplatzes Zell am See geleitet. |
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In Zell glatt gelandet und Flugzeug geparkt, ist erst mal Mittagspause angesagt. Jürgen könnte sich auch mal von vorne sehen lassen. |
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Nach einem reichlichen Mittagessen im Flugplatzrestaurant mit anschliessendem lockern der Bauchgurte, starten wir wieder heimwärts. Nach dem Abheben drehen wir nach Norden und überfliegen den Zeller See. |
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Als letzetes Hindernis auf unserem GPS-Kurs zum Übersberg, stellt sich der Wilde Kaiser direkt auf die Route. Doch unser Taifun übersteigt ihn lässig und wir sind im Alpenvorland. |
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Der Wilde Kaiser liegt hinter uns und damit auch der eindrucksvollste Teil dieses Fluges. |
Knapp eineinhalb Stunden nach dem Start in Zell am See landen wir wieder auf dem Übersberg, noch ganz benommen von unbeschreiblichen Eindrücken, die alle noch verarbeitet werden wollen. Fotos oder Filmaufnahmen können natürlich nicht annähernd wiedergeben was das Auge imstande ist zu erfassen. Die schönsten Bilder sind im Kopf gespeichert.
last modified, September 24, 2000
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