Das
diesjährige Taifun-Treffen im deutschen Hassfurt war ein Grosserfolg:
Insgesamt 28 Taifuns flogen die Stätte ihrer Entstehung an. Vertreter
des einstigen Herstellerbetriebes und Lokalpolitiker zeigten sich
tief berührt vom Grossansturm der unvergessenen Taifuns.
Endlos
zieht sich der Steigerwald südlich von Hassfurt hin. Aber wenigstens
wird die Sicht an diesem Freitagabend nach dem mehr als zweistündigen
Flug aus der Zentralschweiz zunehmend besser. Der blaue Himmel gewinnt
langsam die Überhand. "Die D-KRRK zur Landung in Hassfurt.
Haben Sie denn noch freie Abstellplätze ?" frage ich zehn
Kilometer vom Flugplatz entfernt vorsichtig an. "Wenn Sie eine
Taifun fliegen, dann haben wir für Sie IMMER Platz", lautet
die freundliche Antwort aus dem Tower. Und später vor der Landung
kurz nach 19 Uhr: "Willkommen in Hassfurt. Sie sind die Nr. 15
! ".
Am Freitagabend fanden die Taifuns noch alle Platz auf dem Grasstreifen
längs des Rollweges. Das änderte sich am nächsten Morgen,
als noch Nachzügler einschwebten, die am Vortag entweder wegen
schlechter Sicht ihren Anflug auf Hassfort abgebrochen hatten, oder
wegen Unabkömmlichkeit verspätet waren. Insgesamt landeten
28 Taifuns auf dem kleinen Flugplatz Hassfurt und sorgten zeitweilig
für ein kleines Chaos auf den Abstellflächen. Und nicht
nur dort. Aber die ortsansässigen Flieger und der Mann im Turm
behielten die Nerven und bewahrten Freundlichkeit. "Bitte achten
Sie auf unausgeschlafene Taifun-Piloten", zählte zu den
spitzeren Kommentaren aus dem Tower. Und selbst die waren von einer
hörbaren Sympathie gegenüber den taifunpilotierenden Besuchern
gezeichnet, die aus allen Regionen Deutschlands, Holland, Belgien,
der Schweiz und sogar aus Schweden zum Taifuntreffen an historischer
Stätte angeflogen kamen.
Heisser
Sonntag auf Burg Feuerstein
Erfahrungsaustausch
war das vorherrschende Element unter den Taifun-Piloten und ihren
Partnern. Bis spät in die Nächte waren die Restaurantterrasse
und der Platz um das Lagerfeuer belegt von angeregt plaudernden Luftfahrern.
Und die Frauen fachsimpelten wacker mit. Keine Spur von Damenprogramm…Und
natürlich wurden auch die Maschinen und Cockpits der anderen
Mitglieder der grossen Taifun-Familie ausgiebig gemustert und inspiziert.
Viele Taifun-Besitzer sind mit neuen Ideen und Tipps für eine
weitere Verschönerung ihrer Taifun nach Hause geflogen.
Dankbar angenommen wurden auch die Fachvorträge von Thomas Fischer,
dem ersten Konstrukteur der Taifun und dem langjährigen Produktionsleiter
der Valentin Flugzeugbau GmbH., Ernst Friedrich. Mit Wehmut erinnert
sich der damalige Bürgermeister und heute noch amtierende Landrat
Rudolf Handwerker an die aufregenden Zeiten, in denen der beste Motorsegler
aller Zeiten in Hassfurt produziert wurde. Von zweitweise über
50 Mitarbeitern. Peter Limbach vermittelte Ein- und Ansichten rund
um die Limbach-Motoren, bzw. zum Thema Motorkühlung und die mit
einem Wohnmobil und angehängtem Musterflugzeug (statt umgekehrt!)
angereiste Cornelia Korff referierte über technische Taifun-Details,
die besonderer Aufmerksamkeit bedürfen. Vielbeachtet war auch
das von Rainer Korff präsentierte Taifuncockpit der Zukunft:
Es hat mehr Displays als Zeiger drin. Aber wenigstens noch die alten
Schalter…
Erlebnisreich auch der Ausflug nach Burg Feuerstein in kleinen Staffeln.
Das Taifun-Geschwader bescherte dem von den örtlichen Weekend-Piloten
ohnehin schon arg strapazierten Türmer einen echt heissen Sonntag.
Er verschaffte sich Kühlung, in dem er schliesslich mit seiner
Handfunke neben die Piste stand, wie ein General im Kampfgetümmel
Anweisungen und Befehle erteilte und sich vom Propellerwind der startenden
Taifuns anblasen, aber nie wegblasen liess.
Petrus
muss eine Taifun fliegen
Wenngleich
auch das Programm des Taifun-Treffens ständig revidiert und dennoch
nicht eingehalten wurde – Flieger sind von der Art her nun mal
flexibel – kamen alle Besucher auf ihre Kosten. Ausser jenen
vielleicht, die insgeheim noch einen Ausflug in den Ort Hassfurt geplant
hatten. Denn dazu fehlte vor lauter Fachsimplereien schlicht die Zeit.
Die Presse war an beiden Tagen vor Ort, ebenso wie die Vertreter der
einstigen Valentin-Flugzeugbau GmbH. Sie fühlten sich offensichtlich
im Taifun-Geschwader ebenso wohl, wie die fliegenden Akteure.
Auch Petrus muss wohl eine Taifun fliegen. Anders ist der unglaubliche
Zufall nicht zu erklären, dass das Treffen an einem der ganz
seltenen fliegbaren Wochenenden bisher in diesem Jahr stattgefunden
hat.
Gegen Sonntagmittag erfolgte dann die Verleihung von diversen Anerkennungspreisen.
Hans Haas aus Kassel (D) wurde als Halter der schönsten Maschine
geehrt.
Henk Dumont aus Susteren (NL) als unermüdlicher "Leit-Henkst"
der Taifun-Familie
…………..weitere
Geehrte bitte einsetzen.
Im Anschluss an die Preisverleihung gab es noch ein Gruppenbild mit
der preisgekrönten Taifun von Hans Haas und allen angereisten
Crews.
Kaum waren die Aufnahmen gemacht, ergriff auch schon eine unbändige
Aufbruchstimmung die Taifun-Familie. Im Minutentakt hoben die ersten
Taifuns von der Runway 11 ab und nahmen Kurs auf ihre Heimatplätze,
während sich der Himmel langsam mit Cirruswolken überzog.
Kein Wunder – schliesslich war das wohl erfolgreichste Taifun-Treffen
zu Ende.

Impressionen
während des Rückfluges von Burg Feuerstein
Niklaus Wächter,
D-KRRK