Die
„Taifun“ kam nach Hause zurück
Fliegertreffen Motorsegler aus Deutschland und Europa besuchten den
Haßfurter Flugplatz. Hier war dieses Flugzeug in den 80er Jahren
gebaut worden. Die Piloten genossen viele Gespräche und eine
Führung durch die einstige Produktionsstätte.

28
Taifunpiloten aus Deutschland und dem europäischen
Ausland trafen sich am Wochenende in Haßfurt, wo der
Motorsegler geboren wurde.
Bild: Ulrike Langer
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Haßfurt
- Die Wiege des „Valentin-Taifun“ stand in Haßfurt.
Nur 136 Stück dieses ganz besonderen Reisemotorseglers in Tiefdeckerausführung
fertigte die Firma Valentin-Flugzeugbau von 1981 bis 1989 in der Kreisstadt.
Und das Flugzeug fand Liebhaber in ganz Europa und den USA. Beim Treffen
der „Taifun“-Freunde am Wochenende in Haßfurt kamen
28 „Taifun“ zum ersten Mal wieder in die „Heimat“
zurück.

Die Wiege, immer noch da; der Hangar wo 136 Taifun-motorsegler
vom Band liefen (Bild: Google Earth)
„Er wollte Flugzeuge bauen und zwar Flugzeuge mit Speed.“
Thomas Fischer
Auf dem
Verkehrslandeplatz in Haßfurt herrschte reges Treiben, als die
Motorsegler aus Schweden, Holland, Belgien, der Schweiz und von vielen
Flughäfen aus Deutschland dort landeten. „Die ,Taifun‘
ist der beste Motorsegler, der je gebaut wurde“, schwärmte
Henk Dumont aus Susteren in Holland, der wie viele andere „Taifun“-Piloten
aus der Segelfliegerei kommt und die Eigenschaften der „Taifun“
als Reisemotor- und als Segelflugzeug schätzt.
Jährliche Treffen
Der 62-Jährige erwarb vor zwölf Jahren eine „Valentin
Taifun 17E II“ und organisiert seit 1999 mit Manfred Garben
aus Berlin jährlich ein Treffen. Zu der Zusammenkunft in Haßfurt
wurden die beiden von dem Geschäftsführer der Verkehrslandeplatz
Haßfurt-Schweinfurt GmbH, Günter Mendel, angeregt. Der
hatte die Idee von Dirk Linz, einem Mitglied des MFC Haßfurt,
aufgegriffen.
Die Piloten und ihre Begleiter erwartete ein interessantes Programm:
Die meisten lernten zum ersten Mal den Konstrukteur Thomas Fischer
und den Betriebsleiter der Fertigung in Haßfurt, Ernst Friedrich,
kennen. Außerdem durften sie die früheren Fertigungsstätten
besichtigen, in denen heute die Firma Ulbi Ultraleichtflugzeuge produziert.
Der Ingenieur Thomas Fischer hatte von 1979 bis 1981 die Propellermaschine
für die Valentin-Flugzeugbau GmbH in Königsbrunn bei Augsburg
konstruiert und damit den Traum von Bernd Valentin verwirklicht. „Er
wollte Flugzeuge bauen, und zwar Flugzeuge mit Speed“, berichtete
Fischer. „Herausgekommen ist ein bis zu 245 Stundenkilometer
schnelles Traumflugzeug mit zwei nebeneinander liegenden Sitzen, das
den Charme hat, in seiner Klasse das technisch Beste zu sein.“
Das Besondere sind ein Dreibein-Einziehfahrwerk, Wölbklappen,
Bremsklappen auf der Flügeloberseite und anklappbare Flügel.
1981 wurde der in Bad Wörishofen gebaute Prototyp vorgestellt.
Auf der Suche nach einer Produktionsstätte erwarb Bernd Valentin
1981 die Firma Strauber-Frommhold in Haßfurt, die seit 1978
„Mistral“-Segelflugzeuge baute. Zwischen 1981 und 1989
verließen 136 „Taifun“-Motorsegler die Fertigung
in Haßfurt, von denen noch rund 130 in Betrieb sind; einer steht
bereits im Deutschen Museum, und zwar in der Flugwerft Schleißheim.
Landrat Rudolf Handwerker, damals Bürgermeister von Haßfurt,
hieß die „Taifun“-Fans „am Geburtsort“
ihrer Flugzeuge willkommen. „Das ungeheure Engagement von Bernd
Valentin habe ich sehr bewundert“, erzählte er. Der frühere
Betriebsleiter Ernst Friedrich, der heute noch in Haßfurt lebt,
führte die Gruppe anschließend durch die Produktionsstätte
und erinnerte daran, dass in den Glanzzeiten einmal 50 Mitarbeiter
bei der Valentin-Flugzeugbau GmbH beschäftigt waren.
„Es war eines der schönsten ,Taifun‘-Treffen überhaupt.“
Manfred Garben
Allerdings sei
die Fertigung letztendlich nicht wirtschaftlich gewesen. Zum Rahmenprogramm
zählten auch Vorträge von Rainer Korff und seiner Tochter
Cornelia und von Peter Limbach vom gleichnamigen Motorenhersteller
aus Königswinter. Am letzten der drei Tage wurden einige Piloten
für verschiedene Leistungen mit Preisen der beiden Firmen bedacht.
Für seine Verdienste um die „Taifun“-Gemeinde erhielt
Henk Dumont eine der letzten Anstecknadeln in Form einer „Taifun“
aus Silber.
Bevor sich die Piloten auf ihre Heimreise begaben, stellte Manfred
Garben fest, dass dies „eines der schönsten ,Taifun‘-Treffen
überhaupt“ gewesen sei.
Mehr
im Netz: www.powerglidertaifun.de

Manfred
Garben aus Berlin und Henk Dumont aus Susteren in Holland
(von links) organisierten ein Treffen von Taifunpiloten
in Haßfurt.
Bild: Ulrike Langer
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Artikel so wie
veröffentlicht u.a. im Fränkischer Tag und Haßfurter
Tagblatt am 2.09.2008 mit freundlicher Genehmigung von der Autorin