Die Taifun kam nach Hause zurück
Erschienen in Fränkischer Tag und Haßfurter Tagblatt am 2.09.2008

Von unserer Mitarbeiterin Ulrike Langer



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Die „Taifun“ kam nach Hause zurück
Fliegertreffen Motorsegler aus Deutschland und Europa besuchten den Haßfurter Flugplatz. Hier war dieses Flugzeug in den 80er Jahren gebaut worden. Die Piloten genossen viele Gespräche und eine Führung durch die einstige Produktionsstätte.

 


28 Taifunpiloten aus Deutschland und dem europäischen Ausland trafen sich am Wochenende in Haßfurt, wo der Motorsegler geboren wurde.
Bild: Ulrike Langer

 

Haßfurt - Die Wiege des „Valentin-Taifun“ stand in Haßfurt. Nur 136 Stück dieses ganz besonderen Reisemotorseglers in Tiefdeckerausführung fertigte die Firma Valentin-Flugzeugbau von 1981 bis 1989 in der Kreisstadt. Und das Flugzeug fand Liebhaber in ganz Europa und den USA. Beim Treffen der „Taifun“-Freunde am Wochenende in Haßfurt kamen 28 „Taifun“ zum ersten Mal wieder in die „Heimat“ zurück.


Die Wiege, immer noch da; der Hangar wo 136 Taifun-motorsegler vom Band liefen (Bild: Google Earth)


„Er wollte Flugzeuge bauen und zwar Flugzeuge mit Speed.“

Thomas Fischer

Auf dem Verkehrslandeplatz in Haßfurt herrschte reges Treiben, als die Motorsegler aus Schweden, Holland, Belgien, der Schweiz und von vielen Flughäfen aus Deutschland dort landeten. „Die ,Taifun‘ ist der beste Motorsegler, der je gebaut wurde“, schwärmte Henk Dumont aus Susteren in Holland, der wie viele andere „Taifun“-Piloten aus der Segelfliegerei kommt und die Eigenschaften der „Taifun“ als Reisemotor- und als Segelflugzeug schätzt.

Jährliche Treffen
Der 62-Jährige erwarb vor zwölf Jahren eine „Valentin Taifun 17E II“ und organisiert seit 1999 mit Manfred Garben aus Berlin jährlich ein Treffen. Zu der Zusammenkunft in Haßfurt wurden die beiden von dem Geschäftsführer der Verkehrslandeplatz Haßfurt-Schweinfurt GmbH, Günter Mendel, angeregt. Der hatte die Idee von Dirk Linz, einem Mitglied des MFC Haßfurt, aufgegriffen.
Die Piloten und ihre Begleiter erwartete ein interessantes Programm: Die meisten lernten zum ersten Mal den Konstrukteur Thomas Fischer und den Betriebsleiter der Fertigung in Haßfurt, Ernst Friedrich, kennen. Außerdem durften sie die früheren Fertigungsstätten besichtigen, in denen heute die Firma Ulbi Ultraleichtflugzeuge produziert.
Der Ingenieur Thomas Fischer hatte von 1979 bis 1981 die Propellermaschine für die Valentin-Flugzeugbau GmbH in Königsbrunn bei Augsburg konstruiert und damit den Traum von Bernd Valentin verwirklicht. „Er wollte Flugzeuge bauen, und zwar Flugzeuge mit Speed“, berichtete Fischer. „Herausgekommen ist ein bis zu 245 Stundenkilometer schnelles Traumflugzeug mit zwei nebeneinander liegenden Sitzen, das den Charme hat, in seiner Klasse das technisch Beste zu sein.“
Das Besondere sind ein Dreibein-Einziehfahrwerk, Wölbklappen, Bremsklappen auf der Flügeloberseite und anklappbare Flügel. 1981 wurde der in Bad Wörishofen gebaute Prototyp vorgestellt. Auf der Suche nach einer Produktionsstätte erwarb Bernd Valentin 1981 die Firma Strauber-Frommhold in Haßfurt, die seit 1978 „Mistral“-Segelflugzeuge baute. Zwischen 1981 und 1989 verließen 136 „Taifun“-Motorsegler die Fertigung in Haßfurt, von denen noch rund 130 in Betrieb sind; einer steht bereits im Deutschen Museum, und zwar in der Flugwerft Schleißheim.
Landrat Rudolf Handwerker, damals Bürgermeister von Haßfurt, hieß die „Taifun“-Fans „am Geburtsort“ ihrer Flugzeuge willkommen. „Das ungeheure Engagement von Bernd Valentin habe ich sehr bewundert“, erzählte er. Der frühere Betriebsleiter Ernst Friedrich, der heute noch in Haßfurt lebt, führte die Gruppe anschließend durch die Produktionsstätte und erinnerte daran, dass in den Glanzzeiten einmal 50 Mitarbeiter bei der Valentin-Flugzeugbau GmbH beschäftigt waren.


„Es war eines der schönsten ,Taifun‘-Treffen überhaupt.“

Manfred Garben

Allerdings sei die Fertigung letztendlich nicht wirtschaftlich gewesen. Zum Rahmenprogramm zählten auch Vorträge von Rainer Korff und seiner Tochter Cornelia und von Peter Limbach vom gleichnamigen Motorenhersteller aus Königswinter. Am letzten der drei Tage wurden einige Piloten für verschiedene Leistungen mit Preisen der beiden Firmen bedacht. Für seine Verdienste um die „Taifun“-Gemeinde erhielt Henk Dumont eine der letzten Anstecknadeln in Form einer „Taifun“ aus Silber.
Bevor sich die Piloten auf ihre Heimreise begaben, stellte Manfred Garben fest, dass dies „eines der schönsten ,Taifun‘-Treffen überhaupt“ gewesen sei.

Mehr im Netz: www.powerglidertaifun.de


Manfred Garben aus Berlin und Henk Dumont aus Susteren in Holland (von links) organisierten ein Treffen von Taifunpiloten in Haßfurt.
Bild: Ulrike Langer

 

 

Artikel so wie veröffentlicht u.a. im Fränkischer Tag und Haßfurter Tagblatt am 2.09.2008 mit freundlicher Genehmigung von der Autorin

 



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