Ursel
Westphal aus Lübeck war die einzige Pilotin bei dem Treffen
der Fliegergemeinschaft am Wochenende in Haßfurt. Sie
hat ihren Taifun schon 1984 frisch aus der Fertigungshalle
gekauft und ist auch nach über 20 Jahren und 2800 Flugstunden
hoch zufrieden mit ihrem Vogel. An ihrer Seite steht Copilot
und Monteur Sigmund Herberich.
Bild:
Manfred Wagner |
Die Organisatoren Manfred Garben aus Berlin und Henk Dumont aus
Holland hatten sich die unterfränkische Kreisstadt als Treffpunkt
nicht zufällig ausgesucht. Vielmehr wurden hier, in einer Halle
neben dem Verkehrslandeplatz, zwischen 1982 und 1989 alle Taifun-Flugzeuge
gebaut. Insgesamt genau 136. Dann stellte die Firma „Valentin
GmbH“ die Produktion ein und das gesamte know-how wurde an
eine Firma der Dornier-Gruppe verkauft. Die hat das Konzept allerdings
nicht weiterverfolgt und so endete die Taifun-Aera da, wo sie begonnen
hatte: in Haßfurt.
Landrat Rudolf Handwerker begrüßte freudestrahlend den
kleinen, aber feinen Fliegerclub an der Geburtsstätte der immerhin
gut 800 Kilo schweren „Vögel“. Immerhin fiel der
Bau des zweisitzigen Reisemotorseglers in Kunststoffbauweise in
seine Amtszeit als Bürgermeister der Kreisstadt. So sei eine
kleine Episode Fliegergeschichte in den Haßbergen geschrieben
worden.
Auf dem Höhepunkt der Fertigung, erläuterte der ehemalige
Betriebsleiter Ernst Friedrich bei einer kleinen Führung durch
die damalige Fertigungshalle, wurde alle 14 Tage ein neuer Flieger
ausgeliefert und rund 50 Personen fanden hier Brot und Arbeit. Nicht
nur in Europa fanden die ausgereiften Maschinen Abnehmer, ein Teil
sei in die USA exportiert worden, informiert der Techniker. Deshalb
weiß heute niemand ganz genau, wie viele Taifuns noch durch
die Lüfte schweben. Zwischen 120 und 130, lauten die Schätzungen
der Fliegerkapitäne.
Das Einziehfahrwerk, die Wölb- und Bremsklappen auf der Flügeloberseite
sowie die anklappbaren Flügel machen den Taifun zum Mercedes
unter den Motorseglern, schwärmte der Pilot Wolfgang Essig
aus Dietzingen bei Stuttgart. Obwohl der schöne, aerodynamisch
wohlgeformte 90 PS starke Vogel in etwa 600 Meter Höhe rund
200 km/h schnell fliegt, verbraucht er nur gut zehn Liter pro Flugstunde
– wobei der Motor sogar Autobenzin schluckt. Und wenn die
Wetterbedingungen passen, kann man den Motor abstellen und frei
durch die Luft segeln.
Für die flugbegeisterten Freunde des Taifun jedenfalls ist
ihr Motorsegler ein Traum von einem Flugzeug. Abseits vom boomenden
Trend der Ultraleichtflugzeuge fühlen sie sich wie die Könige
der Lüfte. In ihrem einzigartigen Flugzeug – made in
Haßfurt.