Einmal Nancy und zurück
Der Aeroclub 77 eröffnet die Flugsaison

Text: Christian Müssemeyer
Bilder: Henk Dumont


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Nancy ist einen Ausflug wert. Das wissen wir schon seit dem letzten Jahr, als wir Pfingsten ganz spontan nach Nancy flogen, um die Stadt kennen zu lernen.

Da nach der Wettervorhersage das Wetter am 24.04.2004 in ganz Europa gut werden sollte, deshalb entschlossen wir uns zu einem Flug nach Nancy. Wir, das sind Lothar Hubrecht (Hubi) und Christian Müssemeyer in der Katana D-EZIC, sowie Karla Philipp und Karl-Heinz Künzel in der G-109 b D-KEOI, einem Kunststoffmotorsegler. Mit dabei waren wieder Henk Dumont, der fliegende Holländer mit seiner Frau Elly in der Taifun, D-KFDI, die auch 2003 schon dabei waren.

Wir flogen vom Flugplatz Mönchengladbach an Düren vorbei in die Eifel, wo wir nach einer Flugzeit von 35 Minuten auf der Dahlemer-Binz landeten. Henk Dumont, war mit seiner schnellen Taifun schon längst dort, er war vom Flugplatz Geilenkirchen, wo er seine Taifun stationiert hat, direkt zur Dahlemer Binz geflogen.

Wir starteten auf der Dahlemer-Binz und flogen in Formation, die nunmehr aus zwei Motorseglern und einer Katana bestand, Richtung Süden, über die Eifel hinweg nach Trier. Von dort ging es entlang der Mosel, an der Saarschleife vorbei bis nach Saar-louis. Südlich von Saarlouis wurde die Grenze nach Frankreich überflogen. Hier meldeten wir uns bei Reims Info und durften an der Kontrollzone von Metz weiter-fliegen Richtung Nancy. Bei strahlend blauen Himmel war der Flug über diese landschaftlich sehr reizvolle Gegend für uns alle ein besonders schönes Erlebnis.

Als wir in Nancy nach einer Flugzeit von 1h 10, landeten, hatten wir für die gesamte Strecke von Mönchengladbach bis nach Nancy weniger als 2 Stunden benötigt. Dieses haben wir allein Henk Dumont zu verdanken, der uns antrieb wie ein Sklaventreiber, immer schneller zu fliegen, weil er seine Taifun nicht zügeln konnte. Die Katana und auch die Grob hechelten hinterher, aber wir waren für Henk immer noch zu langsam. In Nancy bekamen wir in der Mittagepause keinen Funkkontakt, weil wahrscheinlich alle beim Mittagessen waren und wir landeten trotzdem. Das funktioniert, überall, nur in Deutschland nicht. (Da muss nämlich immer ein Flugleiter einem die Landebahn sagen, sonst kann man nicht landen, weil man selber nicht weiss, dass man immer gegen den Wind landen muss!) Dafür, dass wir ohne Funk landeten, brauchten wir auch keine Landegebühren zu zahlen. Man sagte uns, weil wir keinen Service bekommen hätten (Funk), bräuchten wir auch nichts zu zahlen. Das fanden wir gut.

Mit zwei Taxen ging es in die Stadt. Nancy ist eine wunderschöne Stadt. Mittelpunkt ist der Place Stanislaw, der nach einem polnischen Fürsten benannt wurde. Der Platz ist umgeben von zahlreichen historischen Gebäuden und vielen Restaurants. Gleich hinter dem Place Stanislaw beginnt die Altstadt mit vielen Restaurants.

Wir fanden ein tolles Restaurant, in dem wir ein typisch französisches Mittagessen zu uns nahmen. Danach besichtigten wir die Altstadt und spazierten durch einen direkt daran angrenzenden Park, in dem mit zahlreichen Blumenbeeten regelrechte Kunstwerke gestaltet wurden. Leider mussten wir schon gegen 16 Uhr wieder zurück zum Flugplatz. Das Leben erwachte erst so richtig um diese Zeit, wir wären gern noch da geblieben.

Wir flogen zurück an Metz vorbei Richtung Saarlouis, dort über die Grenze an der Saarschleife und Trier vorbei, zum Flugplatz Dahlemer Binz. Dort landeten wir nochmals und tanken. Hier verabschiedeten wir uns von Henk Dumont, der von hier aus den Weg nach Geilenkirchen allein fliegen musste. Hier konnte er seiner Taifun mal freien Lauf lassen, ohne auf uns warten zu müssen.

Für Karl-Heinz Künzel, war dieser Flug nach Nancy ein besonderes Erlebnis. Er hatte ursprünglich das Fliegen auf einem sog. „Ultra-Light-Flugzeug“ in Kückhoven gelernt. Seine Flugausbildung vervollständigte er dann im Aeroclub 77. Nunmehr hat er die JAR-FCL Lizenz, die ihn berechtigt, sämtliche kolbengetriebenen einmotorigen Flugzeuge bis zu jeder Größe, zu fliegen. Es war sein erster Auslandsflug, den er mit einem Motorsegler unternommen hatte.

Nancy lohnt sich, und ich freue mich schon auf den nächsten Flug dorthin.

Christian Müssemeyer


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