So, sie möchten eine Taifun kaufen?

Von Luc Vermeulen


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Immer schon geträumt von eine eigene Taifun? Der Belgische Pilot Luc Vermeulen hatte diesen Traum, und letztes Jahr hat er seinen Traum wahr gemacht. Luc hat seine Erfahrungen auf Schrift gestellt damit anderen auch davon profitieren können.

Der Traum von einem Flugzeug
Vielleicht kennen Sie das Gefühl, stundenlang vor dem Computerbildschirm zu sitzen, um im Internet das ideale Flugzeug zu finden.

In meinem Fall war ich auf der Suche nach einem Motorsegler (TMG).
Motorsegler waren in den 80ger Jahren sehr populär. Mittlerweile haben sie ihren Reiz für potentielle Eigentümer zugunsten der boomenden Ultraleichtflugzeuge verloren. Außerdem hatten die schärferen JAR FCL Regeln, die im Jahre 2000 für Motorsegler eingeführt wurden, einen Einfluß auf die Zahl der Piloten in dieser Klasse.

Wie auch immer, das Zulassungsverfahren für TMG ist weit umfangreicher als das für ULs. Dafür erlaubt es den Zugang zu den meisten mittelgroßen Flugplätzen in Europa. Dies ist für ULs nicht der Fall. Meiner Meinung nach sind die Probleme bei internationaler Flugplanung, bei der ULs oft beschränkt sind, ein Nachteil.

Motorsegler sind eine Zwitter-Lösung, meist von ehemaligen Segelfliegern geflogen, die ihren Horizont erweitern möchten, aber nicht das wahre Erfahren des Fliegen - wie im Segelflugzeug - vermissen wollen.

Die Wahl, die ich getroffen habe, basierte auf folgender Checkliste.
Wie groß ist ein Budget? Kann ich das Flugzeug irgendwo unterstellen? Zu diesem Thema mehr im Verlaufe dieses Textes.

Nachdem ich die obigen Fragen mit 'Ja' beantworten konnte, schrieb ich meinen Einkaufs-Wunschzettel:

- Ich liebe Segelfliegen, aber auch Strecken- und Sightseeing-Touren.
- Ich möchte unabhängig sein.
- Ich bevorzuge eine leichtgehende Steuerung wie in modernen Segelflugzeugen.
- Ich möchte eine gute Reisegeschwindigkeit um die 100 Knoten haben.
- Ich möchte reisen und Zugang zu allen Flugplätzen in Europa haben.
- Ich sehe die Zukunft nicht darin, unglaubliche Mengen an Sprit zu verbrennen. Weder für die Allgemeine Luftfahrt, noch für mein eigenes Portemonee.
- Ich hätte gerne ein gut ausgestattetes Cockpit, jedoch mit genug Platz für Gepäck.
- Ich möchte in der Lage sein, den Motor bei guten Segelflugbedingungen ausschalten zu können.
- Ich bevorzuge eine gute Sicht aus dem Cockpit.
- Die Flächen müssen faltbar sein, damit das Flugzeug in der Halle wenig Platz einnimmt.

Last but not least, fragte ich mich: "Habe ich die technischen Fähigkeiten, die benötigt werden, um die Komplexität und die Schwierigkeiten zu verstehen, die durch den Besitz eines Flugzeuges - insbesondere eines Motorseglers - entstehen?" Dies ist eine sehr wichtige Frage. Sie wird oft von Personen übersehen, die zwar das Geld, aber nicht das notwendige Hintergrundwissen besitzen...

 


D-KJTN auf ihrem Heimatflugplatz EBWE

 

Alle sehr verführerischen Angaben bei der Suche nach dem richtigen Flugzeug basieren auf einem Kompromiss zwischen Ihren Wünschen und den Fähigkeiten des Flugzeugs.

Einleitung
Der nun folgende Text ist die Geschichte, wie ich selbst stolzer Besitzer einer Taifun 17E wurde. Es zeigt die Realität beim Kauf eines Flugzeugs - mit aufheiternden Momenten, aber auch mit stressigen und frustrierenden Ereignissen...

Wenn Sie Ihre Passion leben wollen, dies ist alles Teil davon!

Herzlichen Dank an Henk Dumont für die Unterstützung und die Freundschaft. Ohne ihn wären meine Bemühungen nicht möglich gewesen!

Luftsport ist mit Sicherheit keine One-Man-Show!

Ich möchte auch meiner Frau und meinen Freunden Ronald und Frank für ihre ausdauernd gute Laune und ihre Unterstützung danken.
Meinem Schwiegervater für seine ausgezeichneten Fähigkeiten in der Metallverarbeitung und Jan und Gerrit für die Hilfe bei der Fehlersuche und der Reparatur des Motors.

Auch herzlichen Dank an meinen Flugverein, den VZA und die Mitglieder (Vlaamse Zweefvlieg Academie = Flämische Segelflug Akademie), daß ich meine D-KJTN in der Vereinshalle in EBWE unterstellen darf.

Der Beginn
Es gibt eine Menge Motorsegler, die den Einkaufszettel von oben erfüllen. Der einzige den ich kenne, der in seiner Leistung darüber hinausgeht ist die Valentin Taifun.

Nach Jahren der Auswertung, dem Abschätzen verschiedener Typen wurde meine Wunschliste immer größer. Auch das Budget zum Kauf einer RF3 oder einer Dimona mit Rotax Motor multipliziert sich mit Faktor 5 oder 6... In meinem Fall, war das Budget nicht unbeschränkt.

So begann ich mit einer guten alten Fournier RF3, dann eine RF5. Auch hatte ich eine alte Dimona im Kopf und eine AMT 100 Ximago. Am Ende waren nur noch zwei im Rennen: die Dimona und die Ximago.

Meine persönliche Flugerfahrung umfasst eine Vielfalt von Flugzeugen und Segelflugzeugen, wenn auch die Stundenanzahl nicht so groß ist.
Vom ASK-13 bis ASW-20 in Segelflugzeugen, von Cessnas zu Pipers, wie auch einer guten alten WW2 Piper L4 60Hp, die von Hand angeworfen werden musste. Die Liste an Motorseglern, die ich geflogen habe ist weniger ausladend: eine Grob G109 und eine Super Dimona auf der ich für meine JAR TMG Klassenberechtigung trainiert habe.

Nach reiflicher Überlegung fiel die Dimona aus der Liste, da ihre Reisegeschwindigkeit zu gering war. Die Ximago war als einzige übriggeblieben, aber aufgrund der nicht vorhandenen Verfügbarkeit des Musters in Europa und dem Preis, der von Rotax Motoren angetriebenen Ximagos - bis zu 100000 EUR -, nicht diskutabel. Obwohl ich sogar nach Brasilien gereist bin, um nach einer finanzierbaren AMT 100 Ausschau zu halten. Doch die Probleme und die Kosten, um das Flugzeug nach Europa zu bekommen, ließen mich das Projekt begraben. Die AMT100 war so gesehen die RF10 (Fournier), gebaut in Brasilien. Die späteren Versionen hatten einen wassergekühlten Motor vom Rotax.

Ich diskutierte mit mehreren AMT Besitzern, die das Flugzeug lobten, andere waren weniger enthusiastisch. Meist wegen des Komforts und der Schwierigkeit den Rotax in der Luft wieder zu starten. Was in meinen Augen der größte Vorteil der AMT ist, ist ihre Fähigkeit zu segeln.

Zu der Zeit, in der ich all diese Überlegungen anstellte, fand ich eine Seite im Internet mit dem Namen www.powerglidertaifun.de. Sie wird von Henk Dumont verwaltet, dem Besitzer einer Taifun 17EII, der den Typ liebt und dies mit anderen teilen möchte.

Ich schickte Henk eine kurze Email, in der ich mein Interesse für diesen Typ äußerte. Kurz darauf kam die Antwort. Da wir die gleiche Sprache sprechen, telephonierten wir und so begann unsere Freundschaft!

Henk machte das großzügige Angebot nach Weelde in Belgien zu kommen, um mir dort sein Flugzeug vorzuführen. So flog er an einen guten Aprilmorgen von ETNG (Geilenkirchen) nach EBWE. Natürlich war ich von seiner wunderbaren und heiß aussehenden Taifun beeindruckt. Sie hat eine schöne Lackierung, zusammen mit einem fast perfekten Zustands des Lackes. Ich war sofort vom Aussehen seiner virtuellen IFR Ausstattung beeindruckt.
Aber sprechen wir erst darüber, was ich vom diesem Typ Flugzeug wusste, bevor ich mit Henk diskutierte.


Die unterschiedlichen Taifun-Typen
Für diejenigen, die das Flugzeug nicht kennen: die 17 Meter Taifun wurde ursprünglich in 2 Versionen, die 17E (Ich glaube, es wurden ca. 150 gebaut) Mitte der Achziger Jahre und die 17EII gebaut. Wie auch immer, die Taifun II wurde nur 58 mal gebaut, da die Firma Valentin finanzielle Probleme hatte und schließlich Insolvenz anmeldete.

Heute hat Korff die Musterbetreuung, eine deutsche Firma, die vorher Verbesserungen für den Typ entworden hat, z.B. die Installation von stärkeren wassergekühlten Motoren. Die Taifun hatte während der Produktion große Gegenspieler, unter anderem Grob und Dimona, welche die stärksten Konkurrenten waren. Vielleicht war das Design zu fortschrittlich für seine Zeit, mit einem komplexen einziehbaren Fahrwerk, einem Holm aus Kohlefaser und Wölbklappen. All diese Eigenschaften führten natürlich zu höheren Produktionskosten. Die Taifun wurde als der Mercedes unter den Motorseglern gesehen.

Der Hauptunterschied zwischen der ersten und der letzten Version besteht darin, daß bei der ersten die Flügel am Rumpf fixiert sind und zurückgefaltet werden können und das Fahrwerk wird manuell durch einen Hebel eingefahren. Die Taifun II hat eine elektrohydraulische Motor/Pumpe um das Fahrwerk einzufahren und die Tragflächen können demontiert, aber nicht gefaltet werden.

Das Muster bekam eine Reihe von Verbesserungen seit seiner Konstruktion. Die ersten Taifuns waren sicherlich mit nur 80 PS deutlich untermotorisiert. In den frühen Neunzigern wurden die meisten auf stärkere 90 PS Limbach und Sauer Motoren umgerüstet und bei vielen der innovative elektrische Constant Speed Propeller von Mühlbauer eingebaut.

Der erste Eindruck des Vogels:
Nachdem ich Henks Taifun am Boden bestaunt hatte, starteten wir zum ersten Flug zu einem Nachbarflugplatz. Ich war sofort von der harmonischen Ruderabstimmung beeindruckt, die bei kleinen Geschwindigkeiten leicht und bei größerer Geschwindigkeit stärker wurden.


D-KFDI beimersten Besuch in EBWE

Die Höhensteuerung ist leichtgängig und reagiert direkt, wie man es bei den meisten Segelflugzeugen finden kann. Die Rollrate ist beeindruckend und kann mit der eines Janus verglichen werden. Tatsächlich hat die Taifun das Profil des Janus (Worthmann FX...) geerbt. Die Landung kann mit laufendem oder abgeschaltetem Motor erfolgen, wenn man die richtige Klappenstellung wählt und die Sinkrate wird durch die sehr effektiven "Schemp Hirth" Bremsklappen gesteuert. Nachdem man das Fahrwerk eingefahren und die Wölbklappen auf Negativ gestellt hat, kann man im Reiseflug die Zunahme der Geschwindigkeit direkt fühlen. Diejenigen, die Leistungssegelflugzeuge mit negativer Klappenstellung geflogen sind, wissen, was ich meine. Eine Zunahme von Kräften und Geschwindigkeit.

Nach diesem Flug stand für mich fest, daß dies der Vogel war, den ich wollte. Jetzt bestand die Herausforderung darin, eine Taifun in gutem Zustand und mit der nötigen Ausstattung zu finden, die trotz allem in mein Budget passte... Keine einfache Aufgabe!

Ein rastloser möglicher Käufer
Im Internet fand ich ein paar Taifuns, die zum Verkauf standen. Eine in Finnland und eine in Frankreich. Die finnische Taifun war mit dem alten und schwachen Triebwerk ausgestattet und hatte fast 3000 Stunden auf der Uhr. Dazu kam ein beschränktes VFR Instrumentenbrett. Das französische Flugzeug sah OK aus, aber dann fand ich heraus, daß die Tragflächen einer Modifikation unterzogen worden waren. Sie waren um fast einen halben Meter auf beiden Seiten verlängert worden. Damit war dieses Flugzeug tabu, da es für eine Wiederzulassung erhebliche Zerfifizierungsprobleme geben würde. Außerdem hatte es auch den 80 PS Motor.
Ich redete mit Henk über das Objekt mehrere Male am Telephon und er machte mir klar, daß ich Geduld haben müsse. Stellen Sie Sich vor, Sie sollen geduldig sein, wenn Sie von einem Flugzeug begeistert sind und zur Tat schreiten wollen, aber die Angebote sind rar....

 


Taifun Tragflächen mit einigen nicht eingetragenen Veränderungen


Ich diskutierte einige Male mit den freundlichen Finnen über den Preis. Meine Idee war es, den Vogel nach Deutschland zu fliegen, einer Grundüberholung zu unterziehen und einen neuen Motor einzubauen... Meine Preisvorstellung war zu tief und so verwarf ich diese Option. Der Preis basierte auf einem Motortausch (ca. 15000 EUR für ein luftgekühltes VW Agreggat) plus einem elektrischen CS Propeller, einer Überholung, den Arbeitsstunden und so endete ich bei einem ziemlich großem Preisschild....


Die Wochen vergingen und eines Abend bekam ich einen Anruf von Henk, der meinte, er kenne eine Taifun, die irgendwo in Deutschland zum Verkauf stehe. Die Stunden von Zelle und Motor
waren sehr niedrig und vielleicht war sie mit einem CS Propeller ausgerüstet... Wow, das waren mal sehr gute Nachrichten. Er hatte keine weitere Details, wollte aber noch mehr in Erfahrung bringen... Natürlich war das ein sehr freundschaftliches Angebot, dann wir hatten uns ja erst einmal getroffen. Aber er meinte, für einen Belgier (Flamen) sei ich OK und wir wohnten nur eine Autostunde voneinander entfernt...


Überraschenderweise rief mich Henk am nächsten Abend an und meinte, er habe die Taifun gesehen und sie sei in sehr gutem Zustand.... Das war Sonntag abend. Absolut erfreut durch diese guten Nachrichten bot mir Henk an, am nächsten Tag einen Blick auf den Vogel zu werfen. Am Montag musste ich arbeiten; aber anstatt zu Eurocontrol in Brüssel zu fahren, nahm ich mir einen Tag frei und fuhr zur NATO Airbase in Geilenkirchen, Henks Heimatflugplatz.

 


Ein schöner Tag auf dem Flugplatz Koblenz


Später sah ich einen Satz bei Henk zu Hause:" The worst day flying is still better than the best day working." Dieser Tag war mit Sicherheit der beste Flugtag seit langer Zeit für mich!


in 7500 ft auf dem Weg von EDGS nach ETNG


Dieser Flug würde mir weitere Erfahrungen mit dem Flugzeugtyp bescheren und zur gleichen Zeit konnten wir den Zustand des Flugzeugs in Augenschein nehmen. Nach einem wunderbaren sonnigen Flug mit Zwischenstop im schönen Koblenz an der Mosel, flogen wir weiter nach EDGS (Siegerland). Nachdem wir unser Flugzeug geparkt hatten, gingen wir direkt zum Hangar und da stand eine anmutige Taifun 17E mit der Registrierung D-KJTN. Ja, sie sah toll aus und die Lackierung war in gutem Zustand. Das Instrumentenbrett war sehr gut. Gerade das, was ich gewünscht hatte: einen elektrischen Künstlichen Horizont und Kreiselkompass plus NAV Transponder und ein gutes Becker Funkgerät; sogar GPS war an Bord. Zusätzlich hatte es das elektrische Control Panel für den Verstellpropeller...

 


Endanflug EDGS




Eine Taifun hält nach einem neuen Besitzer Anschau

Kann das wirklich wahr sein?... Henk knurrte schon.. du Glücklicher..... grpmppp.

Auf dem Rückflug nach ETNG stiegen wir auf mehr als 9000 Fuß. Es war ein extrem guter Tag zum Segelfliegen. Über den Wolken sahen wir Segelflieger bis in ca. 8000 Fuß Höhe. Oh, was für ein Tag!!

 


Alles, was ein Pilot braucht !

Der Inspektionsflug und die Kaufvereinbarung
Zwei Wochen später rief ich den Besitzer der Taifun an, um einen Termin für die Inspektion und einen Probeflug zu machen. Zusammen mit Henk flog ich nach Siegerland. Das Treffen war auf 2 Uhr nachmittag veranschlagt. Zuerst ließen wir den Besitzer die Geschichte des Flugzeugs erzählen. Henk unterbrach manchmal, um weitere Erklärungen zu bekommen. Wir inspizierten das Flugzeug auf Veränderungen und Schäden, danach machte ich mit dem Besitzer einen Checkflug, der gut verlief. Wir stiegen auf 5000 ft um dort etwas zu "arbeiten". Das Einzige, was ich negativ wahrnahm, war ein leichter Rechtsdrall, als das Flugzeug getrimmt war. Die Ps und Ts waren alle im grünen Bereich und sogar verhältnismäßig niedrig. Nach dem Flug machten wir uns an den Papierkram. Die Dokumente zeigten die Geschichte des Einbaus des Verstellpropellers und des leistungsstärkeren Sauer Motors mit 92 PS. Als alles gut aussah, kamen wir zu den endgültigen Preisverhandlungen. Nachdem diese Hürde genommen war, die mit einem Handschlag besiegelt wurde, versprach der Eigentümer noch eine kleine Reparatur am Ruder und am zweiten Fahrtmesser sowie eine Jahresnachprüfung durchzuführen. Auch Henk flog mit dem Flugzeug und bestätigte, daß alles seine Ordnung hatte.
Den Rückflug nahm ich fast gar nicht wahr, so viele Gedanken gingen wir durch den Kopf. Zuhause angekommen erzählte ich meiner Frau, daß ich ein Flugzeug gekauft habe. Sie könnte es kaum glauben. Ohhh Mann, was für ein Tag!!!


Vorbereitungen zur Überführung
Die nächsten Wochen verbrachte ich damit, das Finanzielle und alles Vertragliche zu regeln und herauszufinden, welche Versicherung am besten passt. Nach drei Wochen war der Tag der Geldübergabe vereinbart; außerdem sollte an diesem Tag die Übergabe von zusätzlichem Werkzeug und den Flächenstützen erfolgen. Die Stützen dienen zum Umklappen der Flächen auf meinem Heimatflugplatz Weelde, Belgien. Ronald, ein Freund von mir, kam mit auf die lange Fahrt nach Siegerland, um mich zu unterstützen. Der Vorbesitzer war sehr hilfsbereit. Wir vervollständigten den noch fehlenden Papierkram und machten ein paar Überprüfungen. Ich kann mir denken, wie schwer es ihm gefallen sein muß, sich von einem Flugzeug zu verabschieden, mit dem in seinem Fall auch familiäre Erinnerungen verbunden waren... Die Woche danach habe ich beim Luftfahrtbundesamt die Halterschaft geändert.

Der Überführungsflug
In den folgenden Wochen wurde der Überführungsflug zusammen mit Henk geplant und Frank, einem guten Freund von mir, der das Auto zurück nach Belgien fahren sollte. Die Wettervorhersage für diesen Tag war nicht wirklich gut. Gewitter und heftige Regenschauen am Nachmittag und morgens Nebel...

 


Vorbereitungen für den Überführungsflug

Trotzdem entschlossen wir uns die 400 km Fahrt zu machen und so holten wir Henk auf dem Weg ab. Früh am Morgen war das Wetter in Belgien noch ganz gut. Je weiter wir nach Deutschland kamen, umso schlechter wurde es; tiefe Wolken und Nebelfetzen... Siegerland liegt in einer hügeliegen Landschaft, in der starke Winde und tiefe Wolken einen Start unmöglich machen können. Der Flugplatz liegt ca. 600m hoch.

 


Tiefe Wolken, sich verschlechternde Wetterbedingungen

Unmittelbar nachdem wir in Siegerland eingetroffen waren, bereitete Ich das Flugzeug für den Start vor. Zum den örtlichen Verfahren gehörte, daß der Motorsegler von der Feuerwehr aus der Halle gezogen werden mußte, um Beschädigungen an anderen Flugzeugen zu vermeiden. Ich setze mich in die Taifun und ging durch eine kurze Start-up Checkliste, um zum Tanken zu rollen.

Beacon ein, Hauptschalter ein, Kraftstoffpumpe ein, Zündung auf Start... ein paar Umdrehungen passierte nichts... mhhhhmmmmm...natürlich gezogener Choke. Ein weiterer Versuch... chok...chok.. chok.. nichts... noch nicht einmal die Andeutung einer Zündung... Ich wurde immer nervöser, als klar wurde, daß etwas nicht stimmte. Wir zogen das Flugzeug zur Tankstelle, um es mit Fremdhilfe zu starten. Nach den mehreren fehlgeschlagenen Versuchen war die Batterie leer. Sogar mit einer Batterie der Feuerwehr konnten wir den Motor nicht zum Leben erwecken...

So war das nicht geplant. Zudem verschlechterte sich das Wetter signifikant und es begann zu regnen. Ich entschloß mich, auf dem anscheinend leeren Flugplatz einen Mechaniker aufzutreiben. Nach kurzer Zeit fand ich einen, der aber meinte, er habe wenig Ahnung von Kolbentriebwerken. Er sei hauptsächlich für Turbinen zuständig! Als wir an der Tankstelle eintrafen, hatte Henk die Kraftstoffversorgung des Motors geöffnet, um zu überprüfen, ob wenigstens Sprit floss, wenn die elektrische Kraftstoffpumpe lief. So versuchten wir es nochmal und plötzlich sprang der Motor an.

Wir schlossen die Cowling, starteten den Motor und ließen ihn für ca. 10 Minuten laufen, um die Batterie zu laden. In der Zwischenzeit war der Regen stärker geworden und die Wolkenfetzen bewegten sich schon über das Ende der Piste. Henk wurde sehr nervös und wollte sofort den Rückflug beginnen.

Ehrlich gesagt war ich unsicher wegen des Wetters. Ich ging die Treppen zum Turm hoch, um den Flugplan nach Belgien zu machen; und nun auch wegen des Wetters. Es stand fest, das es sich nicht verbessern würde. Ein graues Band tiefer Wolken mit heftigem Regen zog in Richtung des Flugplatzes. Ich realisierte, daß wir nur ein kurzes Zeitfenster zum Abheben hatten. Danach würden die Sichtbedingungen unter die VFR-Grenze fallen. Henk machte mir klar, daß die Entscheidung bei mir als verantwortlichem Flugzeugführer lag... Der Versuch die Flächen abzutrocknen war sinnlos, als es begann wieder stärker zu regnen. Eine Taifun mit nassen Flächen benötigt fast die doppelte Startstrecke...

Start unter schwierigen Umständen
So setzten wir uns schnell in den Flieger, gingen die Checkliste durch und starteten den Motor. Er sprang ohne Probleme an. Innerhalb von Sekunden war die Haube durch die Luftfeuchtigkeit von innen beschlagen. Zum Glück funktionierte die Heizung tadellos! Wir fragten nach der Rollfreigabe und rollten zum Rollhalt der Piste 16. Dabei wurde der Regen noch stärker und die Rollbahn steigt gegen Ende sowieso schon an...
Der Wind kam ca. 60 Grad von der Seite. Mein Gehirn war voll beschäftigt diese ganzen Informationen zu verarbeiten: Wetter, Flugzeug, Instrumente, Checkliste, nasse Flächen, Bahnbeschaffenheit.... Dies war mein erster Flug von links auf diesem Flugzeugtyp; weit weg von Idealbedingungen. Zum Glück saß Henk neben mir... Versuche dich zu konzentrieren...
Auf gehts... Delta Kilo Juliet Tango November Start frei Wind 100 Grad 12 Knoten ... Guten Flug ... und auf Wiedersehen! Ja, das stimmt! Vielleicht hat die ruhige Stimme des Lotsen mein Selbstvertrauen wiedergebracht.

Der Motor fuhr gut hoch. Wir begannen langsam zu rollen. Bei 85 km/h fühlte ich, wie das Flugzeug abheben wollte. Ich nahm die Nase leicht hoch und die Maschine hob im Bodeneffekt ab. Die Nase im Wind, um über der Bahn zu bleiben. Die Geschwingkeit nahm nur langsam zu und wir verbrauchten irre viel Rollbahn. Im Steigflug versuchte ich die Nase etwas anzustellen, um Höhe zu gewinnen. Das wurde sofort von der Überziehwarnung kommentiert. Mein Gedanke war, das Fahrwerk einzufahren und die Situation verbesserte sich schlagartig. Der Abstand zu den Bäumen unter uns wurde so auch etwas größer.... Das meiste der Tropfen war auch vom Flügel verschwunden und mit einer trockenen Außenhaut konnten wir in einer Rechtskurve steigen, um die Wolke in 250 ft auf dem Mittelstreifen zu umfliegen... Wir mussten einige CBs und Regenschauer meiden. Nach 30 Minuten Flug verließen wir die Hügel unter uns und sahen, daß sich das Wetter entlang der Niederländisch-Belgischen-Grenze verbesserte. Wir beschlossen weiter nördlich zu fliegen, als das Wetter besser war. Der einzige Nachteil war, daß wir durch die Maastrichter Kontrollzone mußten. Nach 1 Stunde 20 Minuten meldete ich meinen Endanflug auf die 25 in Weelde. Im Anflug wollte das Fahrwerk nicht direkt ausfahren, aber Henk schaffte es im zweiten Anlauf. Mit großer Erleichterung landeten wir und rollten zum Clubheim, um ein gutes belgisches Bier zu genießen.

Zwei Stunden später kam Frank mit dem Auto.... Uuups, ich hatte vergessen ihn nach der Landung, wie versprochen, anzurufen. In der Tat war er sehr beunruhigt. Auf der Fahrt war er des öfteren durch starken Regen und Gewitter gefahren. So dachte er, wir hätten umkehren müssen oder schlimmer: Wir würden irgendwo in den Bäumen hängen....

Nach dem starken Regen klappten wir die Flächen zurück und parkten die Taifun in ihrem neuen Zuhause.
Als wir spät am Abend nach Hause kamen, war ich total erschöpft, aber auch sehr erleichtert, daß alles geklappt hatte.


 


D-KJTN an ihrem neuen Ort zusammen mit ein paar unmotorisierten Freunden warm eingepackt

Wie glücklich oder dumm kann man sein?
Die Woche danach war das Wetter zu schlecht, um viel fliegen zu können. So war es dann auch schon Juli als ich sie auspacken und einen Flug machen konnte. An einem schönen Sonntag entschied ich mich für einen lokalen Trainingsflug und ein paar Platzrunden. Der Motor startete nicht sofort. Erst beim dritten Anlauf sprang er an. Alles sah gut aus und ich machte einen ausführlichen Ground-Run um sicher zu sein, daß alles in Ordnung war. Ich flog eine Stunde Platzrunden und war mit mir zufrieden; bereit um mit meinem Freund Frank einen Lokalflug zu machen.


Der Grund für viel Ärger (beachte die schlechte Befestigung des Schlauches)

Die gleiche Prozedur wie zuvor. Diesmal sprang der Motor beim zweiten Versuch an und auch diesmal sah alles gut aus. Ich rollte auf die Piste und gab Gas. Wir starteten und begannen zu steigen. Ich fuhr sofort das Fahrwerk ein, um den Steigwinkel zu verbessern. Dann passierte es: Drei laute Schläge aus dem Motor.

Instinktiv senkte ich die Nase und begann eine Kurve zurück zum Flugplatz zu fliegen. Mein Fluggast war ruhig und sehr blass im Gesicht...(denke ich). Als ich auf Umkehrkurs war, versuchte ich das Fahrwerk wieder auszufahren. Da erkannte ich, daß dafür keine Zeit mehr war. Ich sollte mich besser auf eine Landung ohne Fahrwerk konzentrieren als eine mit nicht ganz ausgefahrenen Rädern. Dies geschah innerhalb Sekunden. Während der Kurve begann der Motor wieder normal zu laufen. Da ich sehr tief war, entschied ich mich über dem Flugplatz zu steigen und das Ploblem in größerer Höhe anzugehen. Ich sah auf die Instrumente, aber alle Parameter waren ok; trotz des komischen Geruchs, den ich dem Zündaussetzer zuschrieb. Ich überflog alle Zylinderkopftemperaturen ohne Veränderungen wahrzunehmen.

Ich traf eine sehr schlechte Entscheidung (die ich demütig zugebe). Es lag an der wenigen Erfahrung mit diesem Motor, daß ich nicht erkannte, daß etwas ernstes geschehen war. Ich beschloß zu einem Nachbarflugplatz zu fliegen und während des Fluges herauszufinden, was schief lief. Nicht ganz so selbstbewusst blieb ich im Gleitbereich der Flugplätze. Nach einer Zeit kurften wir zurück und da es ein guter Segelflugtag war, wollte ich in der Thermik testen ,wie gut wir stiegen. Auch wenn der Motor versagte, hätten wir genug Zeit, um uns auf eine Notlandung vorzubereiten. Während des Kreisens und im Leerlauf nahm ich einen Zuwachs an Vibrationen war, die mich ernsthaft beunruhigten. Ich sagte meinem Gast nichts davon, um ihn nicht noch weiter zu ängstigen. In 2500 ft erklärte ich ihm, daß ich die Geschwindigkeit reduzieren und das Fahrwerk ausfahren wolle, damit wir damit nicht später noch zu kämpfen hätten...
Da tauchte das zweite Problem auf. Ich konnte den Verstellmechanismus des Fahrwerks nach hinten lösen, aber die Drehkurbel saß fest. Ich versuchte über 10 Minuten den Mechanismus zu entriegeln. Danach sagte ich zu meinem besten Freund, daß ich vielleicht eine Landung mit eingefahrenem Fahrwerk machen muß und daß ich jetzt den Boden verständigen würde, damit alles so sicher wie möglich erfolgen könne!

Der Boden informierte mich noch zu warten, damit die Graspiste freigemacht werden konnte. So hatte ich eine freie Landefläche... Während dieser 10 Minuten versuche ich geschätzte 40 Mal den Mechanismus freizubekommen. Meine Hand blutete, aber ich nahm es wegen des Adrenalins kaum wahr. Frank meinte, ich solle aufhören und mich auf die Landung konzentrieren. Stur wollte ich erst aufgeben, wenn wir keinen Sprit mehr hätten....aber dann löste sich der Griff (was für eine Erleichterung). Ich fuhr das Fahrwerk aus. Dann verlangte ich vom Boden einen tiefen Überflug, damit sie den ordnungsgemäßen Zustand der Räder überprüfen konnten. Der zweite Fehler an diesem Tag war ein Go-Around mit einem Motor der nicht lief. Vielleicht hätte ich die Landung nach der positiven Rückmeldung fortsetzten sollen! Wie auch immer, der tiefe Überflug verlief gut und ich setzte zum Endanflug an. Gas raus, Abfangen. Während des Abfangbogens ging der Motor aus und ich landete wie geschmiert. Gerade konnte ich noch die Bahn über den ersten Taxiway verlassen. An einen Wiederstart des Motors war nicht zu denken. Wir mussten die Taifun mit einem Seil zum Hangar ziehen...

Da es schon sehr spät war und jeder müde, fiel die Analyse der Fehler auf die nächste Woche. Ohhhhhhh Mann, wieder so ein Tag!!!

Eine Kette unglaublicher Ereignisse
In der nächsten Woche entfernten wir die Verkleidung vom Motor.Wegen der Startprobleme in Deutschland und Belgien, verdächtigten wir den Kraftstofffilter oder sogar den Vergaser. Das Innere war aber sauber und nicht der Grund des Problems.


Ein klarer Bruch des Auslassventils

Dann inspizierte ich die Oberseite des Motors und plötzlich bemerkte ich einen gelösten Schlauch (siehe Bild). Tatsächlich war es ein Ausgleichsschlauch, zum Synchronisieren der Vergaser. Dieser Schlauch war lose und so konnte Nebenluft eindringen, die für die Probleme beim Anlassen verantwortlich war. Dies musste langsam geschehen sein, um dann bei der Landung plötzlich abzuspringen. Man muß sich klarmachen, daß das Flugzeug vor nur wenigen Wochen eine JNP hatte. Die fehlende Befestigung des Schlauches war schnell zu übersehen. Die nächsten Wochen war ich in Urlaub in Ungarn und nicht in der Lage den Fall weiter zu untersuchen. Die Familie geht vor...

Die Lösung des Fahrwerk- und Ventilproblems
Während meiner Ferien in Ungarn gingen wir das Problem an, einen Wagenheber für die Taifun zu bauen. Ich wollte nur noch mit dem Flugzeug fliegen, wenn ich den Einzugsmachanismus des Fahrwerks mit eigenen Augen inspiziert hatte. Es wurden einige Möglichkeiten diskutiert, wie ein Wagenheber für die Taifun auszusehen habe. Ich kontaktierte Korff und fragte, wie sie ihn gebaut hatten. Von dort bekam ich eine kurze Beschreibung aus einem Instandhaltungshandbuch und einige Bilder für eine mögliche Vorrichtung. Auch diskutierte ich mit Henk, der selbst eine hydraulische Version gebaut hatte, die auf einem Wagenheber für Autos basierte. Zusammen mit meinem Schwiegervater erfanden wir Henks Lösung neu, was in einem ungarisch-belgisch-niederländischem Modell endete. Mein Schwiegervater schweißte daraufhin eine Konstruktion mit einem hydraulischen Teleskop-Mechanisms, die auf einem 15 EUR teurem Wagenheber basierte. Ich war sehr zufrieden mit diesem System. Es war sicher und bot genug Stabilität, um das Flugzeug anzuheben und das Fahrwerk ein- bzw. auszufahren.


Fahrwerkstest mit Werkzeugen aus Ungarn.

Auf Henks Website ist auch eine amerikanische Version beschrieben, die jedoch, für mein Verständnis, überladen und zu komplex ist, um es korrekt ausrichten zu können.


Eine durchgeschmorte Zündkerze, wahrscheinlich wegen schlechtem Wärmetransfer zwischen dem Innenteil und dem Zylinderkopf.

In der ersten Woche nach den Sommerferien beschloß ich die Zündkerzen zu wechseln und den Motor zu überprüfen, um zu sehen, wie sich die Dinge entwickeln würden. Henk kam dieses Wochenende vorbei, um mir beim Aufbocken des Flugzeugs zu helfen. Er war von meiner Konstruktion beeindruckt und so fuhren wir das Fahrwerk des schwebenden Fliegers aus.

 


Sicherheitsbolzen eingebaut

Wieder war ich nicht in der Lage das Fahrwerk auszufahren. Die Kurbel war gesperrt. Wir fanden heraus, daß der Drückmechanismus festsaß. Wahrscheinlich durch altes Fett, das mit der Zeit fest geworden war. Nachdem wir Kriechöl in den Mechanismus gespritzt hatten, verbesserte sich das Entriegeln sofort.

Auch rief ich Sauer an, damit sie mir neue und längere Gummischläuche als Ersatz für den Ausgleichsschlauch schickten. Nach einem Ölwechsel und dem Ersetzen der Zündkerze (eine hatte einen geschmolzenen Kontakt, was ich sehr seltsam fand) startete ich den Motor. Er sprang sofort an, produzierte jedoch bei niedrigeren Drehzahlen ernstzunehmende Vibrationen. Ich machte den Motor wieder aus und einige Motorspezialisten des Nachbarvereins, Jan und Gerrit, wurden zur Unterstützung dazugerufen. Ich hatte bereits das Gefühl, daß er nur auf drei "Töpfen" lief. Der Kompressionstest zeigte, daß auf Zylinder 3 keine Kompression vorhanden war. Das waren wirklich schlechte Neuigkeiten! Nach dem Ausbau des Zylinderkopfes entdeckten wir ein gebrochenes Auslassventil. Zum Glück war der Zylinder selbst nicht beschädigt!
Ich hatte keine andere Möglichkeit als auch die anderen Zylinder zu ziehen und auf Schäden wegen des losen Schlauches zu überprüfen!... Ein neues Ventil wurde bei Sauer bestellt, die Zylinderköpfe überprüft und dann das ganze System zu einem Motorenreparaturbetrieb gegeben... Das Zerlegen eines Zylinderkopfes ist kein Zauberwerk; eine gute Vorbereitung ist schon die Hälfte der Arbeit. Während dieser Zeit war die Lernkurve über VW-basierte Flugzeugmotoren sehr steil.


 


Removal of the valve cover as first step in checking the valve condition

Gerrit half sehr viel bei der Suche nach den richtiges Ersatzteilen und Jan besaß Kenntnis über Sauer Motoren. Ohne deren Unterstützung und meinem Freund Ronald, der mit mir abends zu einigen Werkstattbetrieben fuhr, wäre die Situation sehr viel frustrierender gewesen.

Nach einigen Abenden des Zusammen- und Auseinanderbauens von Motorenteilen hatten wir schließlich den Motor wieder an einem Stück. Der schwierigste Teil war, die Zylinder am Motorgehäuse zu montieren, was Spezialwerkzeug erforderte um die Kolbenringe zusammenzudrücken. Auch für die Montage der Zylinderköpfe brauchte man mehr als zwei Hände, da die Führungen für die Ventilstößel rauszufallen drohten, wenn nicht mehrere Hände sie festhielten. Die korrekte Ausrichtung dieser Stoßstangen ist sehr wichtig und nicht leicht.

Ein Problem, das blieb, war die Einstellung der Ventile. Der Sauer Motor hat hydraulische Heber, die wartungsfrei sind; jedoch muß eine Ersteinstellung gemacht werden. Wenn die Einstellung nach Handbuch gemacht wurde ( 2 volle Umdrehungen der Schraube für die Ventileinstellung), verlor der Zylinder seine Kompression. Nach einigen Telephonaten und Emails mit Sauer und dem Studium von unzähligen Internetseiten, fand ich heraus, daß man nach dem Einstellen 2 Stunden warten mußte, damit die Heber ihre korrekte Position annehmen. So hatten wir gute Kompressionsraten und einen Motor, der super ansprang. Was für eine Erleichterung nach Monaten, die von Ärger geprägt waren!

 


Fertig zum Zusammenbau

Den Sound des Propellers zu hören und das Schnurren des Motors, brachte mein Herz zum hüpfen! Dann, an einem kalten, klaren Novembermorgen rollte ich auf die Piste 25 und schob den Gashebel nach vorne, um das Flugzeug erneut zu testen.
Die ersten Minuten waren sehr spannend, da ich erst wieder Vertrauen aufbauen mußte, nach meiner Feuerprobe im Juni...

Was für ein Moment, was für ein Vergnügen, das Flugzeug in seiner entgültigen Fassung zu fliegen....

 


Ist sie nicht eine Schönheit?

Schluß
Es war eine sehr interessante Erfahrung bis jetzt. Die Motorprobleme waren nur Unglück, aber sie gaben mir die Möglichkeit sehr viel in kurzer Zeit über den Motor zu lernen! Ein Flugzeug zu besitzen, erfordert die ernsthafte Motivation etwas dazuzulernen. Am Ende ist es dein Flugzeug und es ist deine Verantwortung, daß es sicher ist.

Einige Tips für interessierte Taifun-Käufer!
Entscheiden Sie Sich nicht zu schnell ein Flugzeug zu kaufen.
Wenn Sie nicht über das technische Hintergrundwissen verfügen oder keine Erfahrung haben, nehmen Sie die Hilfe von jemandem in Anspruch, der sich mit dem Typ und dem eingebauten Motor auskennt.
Befragen Sie den Besitzer und andere Personen,die die Geschichte des Flugzeugs kennen, wie und wann es gewartet wurde.
Machen Sie eine gewissenhafte Inspektion des Motors vor und nach dem Testflug, insbesondere wegen Öllecks.
Wenn möglich, entfernen Sie die Zündkerzen zur Inspektion (schauen Sie nach, ob Einsätze wie z.B. helicoils eingebaut sind, da all dies zu späteren Problemen führen kann) und machen Sie einen Kompressionstest!

Überprüfen Sie die Papiere, ob alle ADs implementiert sind und überprüfen Sie, ob es Anzeichen für ernste Probleme gibt.

In meinem Fall hatte das Flugzeug eine sehr geringe Flugstundenzahl für das Alter, was einen Gegeneffekt zur Zuverlässigkeit des Motor kurz nach dem Kauf war!

Seien Sie drauf gefasst, daß nach dem Kauf immer Probleme auftauchen werden, die durch die Inspektion nicht gefunden worden waren. Versuchen Sie zu vermeiden, daß größere Probleme auftauchen.

Eine Taifun ist ein komplexes Flugzeug und ich bin fest davon überzeugt, daß es kein Vereinsflugzeug ist!

Sie können sie als Stradivari betrachten: Wenn gut gestimmt, klingt sie fantastisch, wenn schlecht gewartet, einfach nur gräßlich...

Sie ist ein unglaubliches Flugzeug, das seiner Zeit weit vorraus war. Sie hat eine sehr gute Performance und fantastische Flugeigenschaften.

Um dieses Flugzeug sicher zu fliegen, sollte der Pilot Erfahrung haben in:

- Modernen Glasfasersegelflugzeugen, wie Twin Astir, Janus etc...
- Dem Fliegen mit Verstellpropellern wie z.B. in einer Super Dimona
- Der extra Arbeistbelastung durch Fahrwerk, Propeller und Landeklappen...

All dies macht das Flugzeug ungeeinet für Neulinge unter den PPL-Piloten, für mein Verständnis.

Wie auch immer, wenn Sie eines haben wollen, schauen Sie danach. Aber denken Sie daran, daß Sie süchtig werden können!


Kraftstoffpumpe an, ACL an, Magnete an. Ok, lass' uns den Motor anwerfen.

 

Luc Vermeulen
(übersetzt von Dominikus Dedler, mitglied LSV-Geilenkirchen)

 



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